RAVO entertain by Rainer Voß
professional volleyball & beachvolleyball entertainment

Bericht über RAVO

kreiszeitung.de / 13.02.2017 / online / ein Bericht von Frank von Staden / Fotos (2): von Staden / Link zur Onlineausgabe

Event-DJ Rainer Voß verwandelt Lahofhalle bei Badener Volleyball-Spielen regelmäßig in eine Lahofhölle

Einpeitscher 4.0

Event-DJ Rainer Voß vor seinem Mischpult, für das eigens eine spezielle Software entwickelt wurde. Von hier aus bringt er die Halle zum Kochen. J Fotos (2): von Staden
BADEN - Von Frank von Staden. Hätte er am vergangenen Sonnabend auf dem Zaun vor der Ostkurve das Megaphon in der Hand gehalten, dann wäre die Stimmung trotz der grauenvollen Leistung gegen Gladbach im Bremer Weser-Stadion mit Sicherheit nicht so gnadenlos in den Keller gerutscht.

Denn Rainer Voß, der sich selbst RAVO nennt, ist als Event-DJ Profi darin, den Adrenalinspiegel bei Zuschauern und Sportlern in ungeahnte Höhen schnellen zu lassen. Egal, wie es gerade steht. Egal, in welche Richtung das Leistungsbarometer des Heimteams gerade ausschlägt. Das beweist der 44-jährige Lilienthaler alle zwei Wochen beim TV Baden, wo er die Lahofhalle bei Drittliga-Volleyballspielen der Herren regelmäßig in eine wahre Lahofhölle verwandelt.

Dabei geht es Rainer Voß aber nicht nur darum, aus einem Volleyball-Spiel eine schnöde Party zu machen. Nein, er will, dass die Fans ein sportliches Spektakel erleben, für das es sich lohnt, immer wieder in die Halle zu kommen. „Volleyball ist dafür prädestiniert“, weiß der gebürtige Kieler nur zu genau, dass er gerade in einer Sportart festen Boden unter den Füßen hat, die immer mehr Fans zählt. Nicht zuletzt aufgrund seiner Zunft, den Event-Djs. Mit knackigen Beats und hämmernden Bässen aus einschlägig bekannten Musikstücken lässt er nach jedem Ballwechsel die Halle beben, ist quasi „Stimmungsmacher reloaded“, ein „Einpeitscher 4.0“. Voß: „Im Schnitt habe ich rund acht Sekunden, bis der nächste Ballwechsel erfolgt. Geht der Arm des Schiedsrichters raus, muss ich sofort abbrechen. So ist es vorgeschrieben, wird auch vor jedem Match noch einmal mit den Unparteiischen besprochen.“ Ob Intros von Ohrwürmern aus der House-Szene, von Schlagern oder auch von Schunkelliedern – alles ist erlaubt. Hauptsache, der Masse gefällt’s. Und holt sie von den Sitzen.

Wieder ein Punkt gemacht. Zu dröhnenden Beats gibt es dafür ein Freudentänzchen beim TV Baden.
Rainer Voß ist aber nicht nur für die Stimmung zuständig. Er ist auch Moderator, kennt sicht bestens im Volleyball aus und erklärt sofort nach jedem Ballwechsel, warum die Schiedsrichter so und nicht anders entschieden haben. Denn Volleyballregeln sind nicht einfach. „Auch das sehe ich als meine Aufgabe. Ich kläre auch, wenn sich auf den Zuschauerrängen Fragezeichen bilden“, so der Hüne, der knapp zwei Meter misst und früh zum Volleyball kam. „Für ganz nach oben hat es aber nie gereicht“, grinst der Junggeselle, der ganz glücklich damit ist, dass er keinem Rechenschaft ablegen muss, der eventuell jedes Wochenende zuhause warten würde. Immerhin ist er jeden Sonnabend als auch Sonntag in diversesten Hallen im Einsatz, untermalt mit seiner dumpfen Stimme auch zahlreiche Beach-Events. Die VolleyballFrauen des TV Eiche Horn Bremen nehmen derzeit seine Dienste ebenso gern in Anspruch wie der Kieler TV. Und eben der TV Baden. Der Kontakt zum Achimer Stadtteil-Club kam – natürlich – über Peter-Michael Sagajewski zustande, Badens Volleyball-Allzweckwaffe und Trainer der Drittliga-Herren.

Reist RAVO, der seine ersten größeren DJ-Gehversuche 2001 in der Disco K7 in Eckernförde absolvierte, nicht durch norddeutsche Hallen oder von Beach zu Beach, dann geht er seinem Hauptberuf nach. Der 44-Jährige ist ausgebildeter und lizensierter Tanzlehrer. Das erklärt auch seinen leichten Hang zur klassischen als auch volkstümlichen Musik. Voß grinst, als er verrät: „Ich bin riesengroßer Andé Rieu-Fan!“

Dass er in einer rollenden Tanzschule arbeitet, ist für seine Tätigkeit als Event-DJ absolut von Vorteil. „So kann ich mir Inspiration für meine zahlreichen Intros aus dem Autoradio holen. Da laufen die Charts ja rauf und runter.“ Welcher Groove passt, wird in Programm mit eingebaut. Und die Intro-Bibliothek von Voß ist riesig. „Spiel mir das Lied vom Tod“ ist natürlich dabei. Klar, „Und der Hammer der geht so“ muss auch unbedingt sein. Aber auch „Sandstorm“ von Darude und, und, und. Hauptsache, es passt zur jeweiligen Aktion, die sich da gerade auf dem Spielfeld zugetragen hat. Und bringt die Halle zum Beben. „Ich bin sogar überzeugt, dass ich mit der Auswahl der Musik das Spiel der Heimmannschaft positiv beeinflussen kann“, sagt Voß. Das können die beiden Badener Drittliga-Volleyballer Ole Seuberlich und Ole Sagajewski nur bestätigen, sagen unisono: „Er pusht uns, treibt uns immer wieder zu Höchstleistungen an und holt uns aus unserer Lethargie, wenn wir gerade in einem Leistungsloch stecken. Doch vor allem brauchen wir jetzt nicht mehr das Publikum zum Anfeuern zu animieren. So können wir uns voll auf unser Spiel konzentrieren. Wahrscheinlich gehen fünf Punkte pro Match auf sein Konto!“

Solch einen könnten sie also auch im Weser-Stadion gebrauchen, wenn das Stimmungsbarometer ob der gezeigten Leistung der Werder-Profis wieder einmal in den Keller sinkt. Nur kommen, kommen würde er nicht.

Rainer Voß ist HSV-Fan.